Team Austria kämpft sich bei der IISHF Herren Europameisterschaft in Rossemaison eindrucksvoll zurück und gewinnt Bronze
Historischer Erfolg für das österreichische Inline Skaterhockey: Das Herren-Nationalteam von Rollsport Austria hat bei der IISHF Europameisterschaft im schweizerischen Rossemaison die Bronzemedaille gewonnen. Nach zwei Niederlagen zum Auftakt kämpfte sich Team Austria mit großem Einsatz zurück ins Turnier und sicherte sich mit Siegen gegen Dänemark und Großbritannien erstmals seit 2006 wieder eine EM-Medaille.
Damit steht Österreich 20 Jahre nach der ersten EM-Medaille der Verbandsgeschichte wieder auf dem europäischen Podest.
Die Europameisterschaft von 18. bis 20. September 2026 begann für das österreichische Herren-Nationalteam zunächst mit zwei schwierigen Aufgaben. Nach der erfolgreichen Heim-Europameisterschaft der U19 in Ternitz, bei der Österreich seine Bronzemedaille verteidigen konnte, wollte auch die Herren-Auswahl in Rossemaison um die Medaillen kämpfen. Der Auftakt gegen die beiden Topnationen Deutschland und Schweiz stellte das Team von Head Coach Mario Kubeczka jedoch vor eine große Herausforderung.
Starker Auftakt gegen Deutschland – danach zieht der Favorit davon
Zum Auftakt traf Österreich auf Deutschland. Team Austria erwischte einen starken Start und konnte die Partie gegen den späteren Finalisten zunächst offen gestalten. Nach der ersten Halbzeit stand es 2:2 – Österreich zeigte sich kompakt, kämpferisch und auf Augenhöhe mit dem deutschen Team.
Nach der Pause erhöhte Deutschland allerdings deutlich die Schlagzahl. Die deutsche Mannschaft nutzte ihre Möglichkeiten konsequent und konnte sich zunehmend absetzen. Am Ende musste sich Österreich mit 3:10 geschlagen geben.
Trotz der deutlichen Niederlage zeigte die erste Halbzeit, dass Team Austria auch gegen eine der europäischen Topnationen mithalten konnte.
Im zweiten Spiel wartete mit der Schweiz der amtierende Europameister und Gastgeber des Turniers. Gegen die Eidgenossen fand Österreich an diesem Tag kein Mittel und musste sich mit 0:12 geschlagen geben.
Nach zwei Spielen stand Österreich damit noch ohne Punkt da. Für die Mannschaft war klar: Die Entscheidung über den weiteren Turnierverlauf würde in den Begegnungen am Samstag fallen.
Team Austria zeigt die richtige Reaktion
Nach den beiden Niederlagen bewies die österreichische Mannschaft Charakter. Mit einer deutlich verbesserten Leistung startete Team Austria am Samstag gegen Großbritannien in den zweiten Turniertag.
Die Partie blieb zunächst lange offen. Österreich arbeitete konzentriert und suchte geduldig nach Möglichkeiten. In der zehnten Minute gelang schließlich die Führung – und damit war der Bann gebrochen.
Team Austria übernahm zunehmend die Kontrolle über das Spiel und setzte sich Tor um Tor ab. Am Ende stand ein 5:1-Erfolg gegen Großbritannien.
Damit war Österreich zurück im Rennen um eine gute Ausgangsposition für die Platzierungsspiele.
Bittere Niederlage gegen Dänemark
Im abschließenden Gruppenspiel wartete Dänemark. Nach der deutlichen Niederlage der Dänen gegen Großbritannien im bisherigen Turnierverlauf rechnete sich Österreich Chancen aus, den Grunddurchgang mit einem weiteren Erfolg abzuschließen.
Die Partie entwickelte sich zunächst tatsächlich zu einem Spiel auf Augenhöhe. Dänemark ging früh in Führung, Österreich blieb jedoch dran und konnte die Begegnung lange offen halten.
Kurz vor Ende der ersten Halbzeit folgte allerdings eine entscheidende Phase: Österreich verlor für einige Minuten die Konzentration, Dänemark nutzte dies konsequent aus und erzielte innerhalb kürzester Zeit vier weitere Treffer. Mit einem 5:0-Rückstand ging Team Austria in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel fand Österreich wieder besser ins Spiel und konnte selbst anschreiben. Dänemark präsentierte sich an diesem Tag jedoch äußerst effizient und nutzte die sich bietenden Chancen konsequent.
Am Ende stand eine 2:10-Niederlage.
Damit beendete Österreich den Grunddurchgang auf dem fünften und damit letzten Platz. Gleichzeitig war jedoch klar: Das Turnier war noch nicht vorbei.
Alles oder nichts in den Platzierungsspielen
Durch die Ergebnisse des Grunddurchgangs standen die Halbfinalpaarungen fest. Deutschland setzte sich gegen Dänemark mit 11:2 durch, die Schweiz gewann gegen Großbritannien mit 12:1.
Damit traf Österreich in den Platzierungsspielen erneut auf jene beiden Mannschaften, gegen die man am Vortag noch Niederlagen hinnehmen musste: zunächst Dänemark, anschließend Großbritannien.
Für Team Austria ging es nun um Bronze.
Österreich dreht das Spiel gegen Dänemark
Das erste Platzierungsspiel gegen Dänemark entwickelte sich zu einem völlig anderen Spiel als noch am Vortag.
Österreich startete hochkonzentriert und erwischte einen Traumstart. Mit zwei schnellen Treffern ging Team Austria früh in Führung. Dänemark antwortete und die Partie entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch mit Treffern auf beiden Seiten.
Zur Halbzeit stand es 5:5.
Nach dem Seitenwechsel kam Österreich erneut besser aus der Kabine. Innerhalb von nur drei Minuten gelangen drei Treffer – Team Austria setzte sich erstmals deutlich ab.
Diese Führung gab die Mannschaft nicht mehr aus der Hand. Österreich fand immer wieder die passende Antwort auf die dänischen Angriffe und konnte den Vorsprung kontinuierlich ausbauen.
Am Ende feierte Team Austria einen beeindruckenden 12:7-Erfolg.
Damit war klar: Österreich spielte um die Bronzemedaille.
Bronze-Showdown gegen Großbritannien
Im letzten Spiel des Turniers kam es erneut zum Duell mit Großbritannien. Die Ausgangslage war eindeutig: Wer gewinnt, holt Bronze.
Team Austria war von Beginn an hellwach, aktiv und präsent. Österreich setzte Großbritannien früh unter Druck und ging mit zwei Treffern in Führung.
Die Briten fanden jedoch zurück ins Spiel und konnten verkürzen. Mit einer knappen 3:2-Führung für Österreich ging es in die Halbzeitpause.
In der zweiten Hälfte wurde die Partie zunehmend taktischer. Beide Mannschaften agierten defensiver und wollten Fehler unbedingt vermeiden. Österreich verteidigte konzentriert und wartete gleichzeitig geduldig auf seine Möglichkeiten.
Ein Doppelschlag brachte Team Austria erneut einen wichtigen Vorsprung.
Großbritannien gab sich jedoch nicht geschlagen und kam kurz vor Schluss noch einmal auf 4:5 heran. Die Briten nahmen ihren Torhüter vom Feld und setzten in der Schlussphase alles auf eine Karte.
Doch Österreich hielt dem Druck stand.
Die Mannschaft verteidigte mit großem Einsatz, blieb konzentriert und brachte die knappe Führung über die Zeit.
Österreich gewinnt 5:4 gegen Großbritannien und sichert sich die Bronzemedaille!
20 Jahre nach der ersten Medaille wieder auf dem Podest
Mit diesem Erfolg schreibt das österreichische Inline Skaterhockey ein besonderes Kapitel seiner Geschichte.
Die letzte EM-Medaille hatte Österreich im Jahr 2006 gewonnen – damals bei der ersten Europameisterschaftsteilnahme des Herren-Nationalteams ebenfalls Bronze.
In den vergangenen Jahren war das österreichische Team mehrfach nur knapp am Podest vorbeigeschrammt. Bei den Europameisterschaften 2018, 2019, 2022, 2024 und 2025 belegte Österreich jeweils den vierten Platz.
Immer wieder fehlte nur ein kleiner Schritt zum Medaillengewinn.
In Rossemaison ist dieser Schritt nun gelungen.
20 Jahre nach der ersten EM-Medaille gewinnt Österreich wieder Bronze bei einer Europameisterschaft.
Der Erfolg ist gleichzeitig das Ergebnis der kontinuierlichen Entwicklung des österreichischen Inline Skaterhockeys. Die zunehmende Breite im Nachwuchs, die regelmäßigen Nationalteam-Lehrgänge, die Weiterentwicklung der nationalen Bewerbe sowie die kontinuierliche internationale Arbeit bilden die Grundlage dafür, dass Österreich auch auf europäischer Ebene mit den besten Nationen mithalten kann.
Besonders deutlich wurde dies auch durch die Zusammensetzung des aktuellen Nationalteams: Erfahrene Nationalspieler standen gemeinsam mit jüngeren Spielern und Talenten aus der U19-Auswahl auf dem Platz. Diese Verbindung aus internationaler Erfahrung und einer neuen Generation trägt wesentlich zur weiteren Entwicklung des österreichischen Inline Skaterhockeys bei.
Schweiz verteidigt Europameistertitel
Im Finale trafen die Schweiz und Deutschland aufeinander.
Deutschland hatte sich ohne Niederlage bis ins Endspiel gespielt. Vor heimischem Publikum ließ die Schweiz jedoch keinen Zweifel daran, wer an diesem Tag den Titel holen sollte.
Die Gastgeber setzten sich deutlich mit 9:3 gegen Deutschland durch und verteidigten damit ihren Europameistertitel.
Endstand der Europameisterschaft 2026
1. Schweiz
2. Deutschland
3. Österreich
4. Großbritannien
5. Dänemark
Mit Matthias Hofer stellte Österreich zudem einen Spieler, der sich in der individuellen Turnierstatistik unter den Top 7 der Topscorer der Europameisterschaft platzieren konnte.
Ein Erfolg des gesamten Teams
Die Bronzemedaille von Rossemaison ist nicht nur das Ergebnis einzelner Spiele oder einzelner Spieler. Sie ist der Lohn für die Arbeit des gesamten Nationalteams.
Nach einem schwierigen Start mit zwei Niederlagen bewies die Mannschaft, dass sie sich von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen lässt. Die Siege gegen Großbritannien und Dänemark im Grunddurchgang und vor allem die beiden entscheidenden Erfolge in den Platzierungsspielen zeigten die Qualitäten, die für einen internationalen Erfolg notwendig sind: Kampfgeist, Zusammenhalt, Einsatzbereitschaft und die Bereitschaft, auch nach Rückschlägen weiter an sich zu glauben.
Für Rollsport Austria ist die Bronzemedaille ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des österreichischen Inline Skaterhockeys.
Der Erfolg zeigt zugleich, dass die kontinuierliche Aufbauarbeit der vergangenen Jahre Früchte trägt. Neben der erfolgreichen Nachwuchsarbeit und den internationalen Erfolgen der vergangenen Jahre konnte nun auch das Herren-Nationalteam wieder auf das EM-Podest zurückkehren.
